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Was ist "Immersion"?

Unter Immersion versteht man so etwas wie das Eintauchen in ein "Sprachbad". Dies bedeutet, dass die neue Sprache sowohl Unterrichts- als auch Umgangssprache ist. Der gesamte Sprachunterricht findet in der Fremdsprache statt. Nonverbale Kommunikation, also das Zeigen, Bilder, Symbole aber auch das Vorspielen von Handlungen sind dabei wichtige Hilfsmittel um Lerninhalte zu vermitteln. Regeln und Vokabeln der Fremdsprache sind dabei nicht Thema des Unterrichts. Die Kinder lernen unbewußt und intuitiv. Zuerst verstehen sie, dann beginnen sie nach und nach zu sprechen - spielerisch und ohne Zwang. Das Verstehen der einzelnen Wörter kommt später von ganz alleine. Sie werden ohne Druck an die Sprache herangeführt, so dass sie die Scheu verlieren und die neue Sprache mit Spaß nutzen. Immersion erfordert, dass die Kinder über einen längeren Zeitraum regelmäßig mit der Sprache in Kontakt sind, eine hohe Intensität ist dabei wichtig.

Immersion ist die derzeit erfolgreichste Methode für den Spracherwerb, sie kommt dem natürlichen Weg, wie Kinder eine Sprache lernen, sehr nahe. Dabei ist es unproblematisch, wenn die Muttersprache noch nicht richtig sitzt. Das Erlernen einer Sprache muss nicht abgeschlossen sein, damit eine weitere dazugelernt werden kann. Schon kleine Kinder lernen eine Zweitsprache in der gleichen Mühelosigkeit wie die erste.

Mehrsprachigkeit eröffnet große persönliche Chancen. Bereits heute verlangen viele Arbeitgeber die Beherrschung mehrerer Fremdsprachen von ihren Mitarbeitern. Etwa zwei Drittel aller Menschen auf der Welt sind mindestens zweisprachig. Mehrsprachigkeit hilft, Toleranz für anderssprachige Menschen und Kulturen zu entwickeln.

Authentizität

In den Sprachkursen arbeiten ausschließlich Muttersprachler mit Deutschkenntnissen. Sie spielen und sprechen mit den Kindern nur in der neuen Sprache. Ein Kind kann sich aber in seiner Muttersprache an sie wenden. Die Spielleiter gestalten dabei die Lehrinhalte sehr verständlich. Sie stellen Dinge im Zusammenhang dar, zum Beispiel anhand von Bildern, Symbolen oder Handpuppen. Dies sorgt dafür, dass die Kinder die Informationen schnell aufnehmen und mit großem Spaß lernen. Innerhalb von nur wenigen Wochen verstehen sie das Wichtigste. Neue Fachbegriffe werden zum Teil in beiden Sprachen eingeführt.

Eine Chance für mein Kind - oder etwa ein Risiko?

Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass frühe Fremdsprachenkenntnisse die geistige Entwicklung fördern. Die Kinder sind sich generell bewußter über Sprache. Sie sind kreativer, wenn es um Lösungen von bestimmten Problemen geht. Sie lernen, flexibel zu denken, und suchen alternative Lösungsmöglichkeiten. Sie versuchen, sich gut auszudrücken und sich stärker in andere hineinzuversetzen, die nicht so gut verstehen wie sie selbst. Mit Immersion lernt ein Kind eine Sprache viel besser als mit herkömmlichem Sprachunterricht. Aufgrund des natürlichen, unbewussten Lernens wird kein Kind überfordert. Ein Kind, das zwei Sprachen spricht, ist schöpferischer und bringt bessere intellektuelle Voraussetzungen mit, eine weitere Sprache zu lernen.

Leidet nicht das Deutsch der Kinder?

Nein. Für Kinder ergeben sich keine sprachliche Nachteile, sie können mehrere Sprachen gleichzeitig erlernen. Die Muttersprache ist im Umfeld des Kindes so stark verankert, dass sie sich normal weiterentwickelt. Weil die Kinder ihr Wissen über Sprache auch auf die Muttersprache übertragen, übertreffen sie mitunter sogar ihre Altersgenossen in der Muttersprachkompetenz und im Wortschatz.

Einsprachigkeit oder Mehrsprachigkeit - was ist normal?

Weniger als ein Drittel der Weltbevölkerung wächst einsprachig auf, der Rest ist mehrsprachig, denn es gibt deutlich mehr Sprachen als Länder.

Müssen Eltern selbst die neue Sprache können?

Immersion erfordert keine besondere Begabung. Sie eignet sich für Kinder aller sozialen Schichten. Die Eltern brauchen die Sprache selbst nicht zu sprechen. Ein Üben mit den Kindern ist nicht notwendig, da die Sprache intuitiv erlernt wird.

Was passiert, wenn der Sprachkurs endet?

Hört der Kontakt mit der Fremdsprache auf, fällt das Kind in der Fremdsprache wieder etwas zurück, aber die Zeit war dennoch nicht umsonst. Die "verschüttete" Sprache wird reaktiviert, wenn das Kind wieder in Kontakt mit der Fremdsprache kommt.

Was können Eltern tun?

Warum ist Immersion in Deutschland nicht weiter verbreitet? Immersion und bilingualer Unterricht sind vielen Menschen - auch in der Bildungspolitik - nicht richtig bekannt. Nach wie vor sind Vorbehalte, auch unter Lehrkräften, verbreitet, die Kinder könnten doch überfordert werden, sie müßten erst mal richtig Deutsch lernen und überhaupt sei diese Methode zu kompliziert. Eltern fürchten Schwierigkeiten, wenn sie sich für Immersion einsetzen. Mutlosigkeit führt dazu, daß Eltern oder engagierte Betreuungs- und Lehrkräfte aufgeben.

In Ländern wie Kanada, Spanien, Frankreich und Finnland ist Immersion viel stärker verbreitet als bei uns. Es werden dort gute Erfolge damit erzielt. Immersion ist weltweit die erfolgreichste Methode zum Spracherwerb.

Immersion - gar nicht so neu
  • Früher haben Kinder zuhause Platt gesprochen. In der Schule wurde auf hochdeutsch unterrichtet. Dies war selbstverständlich und unproblematisch.
  • Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache lernen heute in jedem Kindergarten deutsch. Diese Immersion kommt uns selbstverständlich vor. Sie ist Teil der Erziehungsarbeit, die in Kindergärten geleistet wird.
  • In Schleswig-Holstein gibt es dänische Kindergärten und Schulen, in denen bis auf das Fach Deutsch nur dänisch gesprochen wird.
  • Kinder, die mit ihren Eltern ins Ausland gehen müssen, lernen die neue Sprache mühelos.